
Neue Regeln, neue Verantwortung
Seit dem Sommer 2025 unterliegen private Hausbauer in Dänemark nationalen Klimaanforderungen für Neubauten. Alle neuen Einfamilienhäuser müssen nun nicht nur die Energierahmenanforderungen erfüllen, sondern auch dokumentieren, dass ihr gesamter Lebenszyklus-Kohlenstoff-Fußabdruck innerhalb der vorgeschriebenen CO₂-Grenze bleibt.
Für ein Unternehmen wie Eurodan-huse war dies nicht lediglich eine Compliance-Übung. Mit einem breiten Produktsortiment, das alles von Bodentypen und Mauerwerk bis hin zu Dachkonstruktionen umfasst, berührten die Auswirkungen jede Phase des Design- und Beschaffungsprozesses. Den Anforderungen voraus zu sein, bedeutete, ein zuverlässiges, digitalisiertes Bild des Klimafußabdrucks jedes einzelnen Elements zu erstellen, das in ein fertiges Haus einfließen kann.
„Um den neuen Klimaanforderungen voraus zu sein, führten wir eine vollständige Kartierung aller einzelnen Elemente durch, die Teil eines fertigen Hauses sein können. Anstatt lange Listen oder Excel-Tabellen zu erstellen, haben wir jedoch alles rund um unsere Klimaberechnungen digitalisiert," - Morten Astrup Sandgrav, Produktmanager, Eurodan-huse
Real-Time LCA als digitales Rückgrat
Real-Time LCA bildete den Kern von Eurodans Dokumentationsarbeit. Das Team arbeitete sich systematisch durch das gesamte Produktportfolio und nutzte die Plattform, um verifizierte Klimadaten mit jedem Material und jeder Konstruktionsart zu verknüpfen.
Ein wesentlicher Vorteil war die direkte Integration zwischen Klimadaten und 3D-Gebäudemodellen. Anstatt parallele Tabellenkalkulationen zu pflegen, spiegelt sich jede Änderung an einem Entwurf – ein anderer Bodenbelag, eine überarbeitete Wandkonstruktion, eine neue Dachspezifikation – sofort im Klimakonto wider. Kunden können in Echtzeit sehen, was ihre Entscheidungen und Anpassungen für den gesamten CO₂-Fußabdruck ihres zukünftigen Hauses bedeuten.
Die Technologie, wie Morten Astrup Sandgrav sie beschreibt, macht LCA-Arbeit „ein bisschen wie die Art, wie wir bereits Kosten und Zeit visualisieren - es wird Teil des Modells, nicht etwas Separates."
Diese Integration hat auch Auswirkungen darauf, wie Eurodan mit Lieferanten zusammenarbeitet. Da Klimadokumentation zu einem Beschaffungskriterium wird, gewinnen Umweltproduktdeklarationen (EPDs) und aktuelle Materialdaten zunehmend an Gewicht. In der Praxis müssen neue Materialien nun ihren vollständigen Klimafußabdruck nachweisen, bevor sie in das Produktsortiment aufgenommen werden.
„Die technologischen Möglichkeiten, die wir jetzt haben, um Kunden zu zeigen, wie Ergänzungen und Entfernungen den CO₂-Fußabdruck erhöhen oder senken können, haben echtes Potenzial." - Morten Astrup Sandgrav, Produktmanager, Eurodan-huse